Workshop 14.9.22
Entwickeln eines positiven Selbstkonzepts – Biografisches Lernen und Identitätsarbeit

Entwicklung des Selbstkonzepts

Die Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts ist ein wichtiges Erziehungs- und Lebensziel. Es ist die Grundlage für jede Entwicklung, auch um Lebenskrisen zu meistern.

Wir machen bereits als Säuglinge und Kinder durch Interaktionen mit unseren Bezugspersonen die Erfahrung über unsere Existenz. Wir erfahren als Kind durch die verschiedenen Begegnungen mit anderen Menschen, dass ein ICH existiert und wir uns von anderen Menschen abgrenzen können.

Im ersten Lebensjahr erfahren wir durch die Eigenaktivität, dass wir etwas erzielen können und erhalten erste Kompetenzgefühle. In der Mitte des zweiten Lebensjahres erkennen wir uns im Spiegel und sprechen von uns als Person und benutzen mehr und mehr das Personalpronomen «ich» und das «Ich»-Bewusstsein beginnt sich zu entwickeln. Im weiteren Verlauf zeigen Kinder eine weitere Komponente des Selbst: Sie suchen nach positiven Rückmeldungen zu ihrem Verhalten. Die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, ermöglicht es dem Kleinkind, auch andere nachzuahmen, was grosse Bedeutung für Lernprozesse hat. Die Beschreibungen über die eigene Person können unrealistisch positiv sein, denn wir können als Kinder noch nicht zwischen unserem Wunschbild (ideales Selbst) und Realbild (reales Selbst) unterscheiden.

Diese Erfahrungen, die wir als Kleinkind, Kind und Jugendliche in dieser Zeit mit unserem Selbst machen, sind bedeutsam für unsere Identitätsbildung im gesamten Lebenslauf.